Reden wir mal drüber – Hashimoto Thyreoiditis

Eigentlich hatte ich nie vor darüber zu schreiben, oder auch sonst irgendwie damit Menschen auf den Nerv zu gehen. Aber da die Krankheit mich doch sehr beeinflusst und ich hoffe, mit der jetzt von mir offenen Art darüber zu berichten, Menschen helfen zu können die es ebenfalls betrifft, oder Menschen sich in den Symptomen wieder erkennen um sich darauf mal untersuchen zu lassen.

autoimmune Erkrankungen sind auf dem Vormarsch

Hashimoto Thyreoiditis ist kein japanischer Skispringer, nein es ist eine so genannte autoimmune Erkrankung und greift die Schilddrüse an. Hier könnt ihr auch einiges dazu lesen. klick hier

So, jetzt reden wir über mich und was die Krankheit mit mir anstellt.

ca. 10% haben es, aber max. 2% wissen es

Eigentlich weiß mein Umfeld wenig bis gar nicht darüber bescheid, dass ich diese Krankheit habe. Das zu „verheimlichen“ ist nicht so einfach bei den Symptomen die dabei auftreten, oder aufgetreten sind. Das sind und waren schon einige.

  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, Burnout/Depression, Gefühlsschwankungen, hoher Blutdruck, Panikattacken, leichtes frieren im Wechsel mit Schwitzen und was ich seit geraumer Zeit habe – Muskelschmerzen.

Das war zwar noch nicht alles was mich heimgesucht hat, aber es war das, was ich am meisten zu spüren bekommen habe.

kommt euch bloß nicht blöd vor wenn der Kopf spinnt

Wann hat das alles angefangen?! Eigentlich weiß ich das gar nicht genau. Ich hatte es 2011 noch auf die Silkes Tod (Ende 2010) zurückgeführt und nicht weiter beachtet. Dann aber zum Ende 2016 wurde ich immer veränderter. Ich habe das auch bemerkt, aber wiederum habe ich es immer versucht nicht nach außen zu zeigen und es mir selber nicht eingestehen wollen. Das ganze wurde aber immer schlimmer und so fingen die Untersuchungen an. Zum Glück habe ich einen guten Hausarzt der mich zum Spezialisten geschickt hatte, wo dann Hashimoto Thyreoiditis festgestellt wurde. Selbst da habe ich noch nicht viel an meinem Lebensstil geändert, was ein Fehler war und ist.

ist halt nur ne Unterfunktion – denkt man

Jetzt wo ich viel Stress auf der Arbeit hatte (ca.2 Jahre lang!!) und auch privat in der Familie habe (schwere Krankheit meiner Mama. Zwischen Schreiben am Freitag und der Veröffentlichung heute ist meine Mama leider verstorben) hat sich alles zugespitzt. Werte spielen verrückt, NNH völlig entzündet und ein Nervenkostüm wie ein Psycho. Fressattacken bei Süßigkeiten und kein Bock auf irgendwas.

positiv ist – ich soll viel Sport treiben

Was genau ändere ich jetzt als erstes: Alkohol weg, Zucker und Koffein reduzieren, Stress vermeiden und anfangen zu Meditieren um endlich mal komplett abzuschalten. Zusätzlich auf eine Glutenfreie (ja, das ist so) oder eben stark Glutenreduzierte Ernährung achten, natürlich viel Sport treiben und beobachten was sich bei mir verändert. Zum Glück soll ich sogar viel Sport treiben und mich sowieso viel Bewegen. Cooper wird es freuen 🙂

Ob ich den Sport weiterhin so ausübe wie zur Zeit, weiß ich noch nicht genau, also mit Trainer, Trainingsplan usw. Vielleicht mache ich da erstmal eine Pause und mache meinen Sport nach Lust und Laune, nicht nach Plan und fange erstmal meine Geister ein. Schauen wir mal was das Gespräch mit dem Trainer so ergibt.

Auch an den geplanten Wettkämpfen werde ich teilnehmen wenn es die Gesundheit und die freie Zeit zulassen.

Das alles wird jetzt nicht einfach umzusetzen, aber ich schaffe das, weil ich es will. Das hier zu schreiben war viel schwieriger für mich.

wichtige Anmerkung noch

Anmerkung – Nahrungsergänzungen wie Vitamin D, Selen, Eisen und ein paar mehr müssen sein und wirken auch gewaltig. Trotz allem kommt es aber immer wieder zu diesen Gefühlsschwankungen und mehr. Ganz wichtig: Hört nicht auf diese vielen Scharlatane die hier im Netz unterwegs sind und euch erzählen, dass das mit Vit D und anderen Nahrungsergänzungen heilbar ist – Bullshit – „ne Kiste Orangen und ne Ananas“ haben noch niemanden geheilt, nur positiv unterstützt 😉

Abschließend noch: Hört ganz genau in euch rein und klärt alles ab.

Besonderer Dank an Adriane, die mich seit ein paar Jahren so ertragen muss.

so long – Ralle –

12 Gedanken zu „Reden wir mal drüber – Hashimoto Thyreoiditis

  1. Hallo Ralle
    Versuche doch die Umstellung auf natürliche Schilddrüsenhormone vom Schwein.
    Seitdem bin ich ein neuer Mensch, bzw. wieder so lebendig wie vor der Erkrankung.
    Suche dir einen Heilpraktiker in deiner Umgebung der bei Dr. Rieger die Ausbildung gemacht hat, um dann lege los.
    Dr. Rieger kannst du dir bei YouTube anhören.
    Liebe Grüße
    Petra

    • Danke für den Tipp, ich werde mir das ganze mal anschauen. Stehe aber dieser Art der Versprechen immer sehr skeptisch gegenüber. Ich lasse mich aber gerne überraschen.

      • Den habe ich mir sogar schon mal angesehen. Ich werde mir mal sein Online Angebot ansehen. Wie gesagt, was bei einem gut funzt, muss bei einem anderen nicht automatisch gut sein. Wie bei allen anderen Sachen. Ich bin halt Skeptiker, zu viel „GURUS“ am Markt 😉

  2. Hallo Ralph, ich habe genau so ein Szenario hinter mir. Ich hatte etliche Symptome wie z. B. Herzrasen, Zittern, Schüttelfrost, Hitze im Körper, Vergesslichkeit, Unkonzentriert, Zerstreut, starkes Schwitzen, Leistungsdefizite und viele andere nebensächlichen Erscheinungen, die aber zum aushalten waren. Ich war im Glauben mein Hormonhaushalt war nicht in Ordnung, aber mein Arzt hat genau die richtigen Test gemacht und ich bekam die Diagnose: Hashimoto. Dann fing ich natürlich an zu lesen, hab eine Beratungsstunde bei einer Ernährungsberatung in Anspruch genommen und die Ernährung umgestellt. Gleichzeitig gab es noch ein Bericht der NDR Docs, die einen einfachen Plan (Was geht/Was solltest du vermeiden) aufgestellt haben. Dieser Plan war ab da, immer bei mir. Jedoch habe ich immer gemerkt, irgendwas stimmt noch nicht, jedoch durch die Umstellung konnte ich schon eine Besserung feststellen. Dazu bin ich zum Facharzt gelaufen, der mir LT verschrieben hat. Nach dieser Einnahme konnte ich mich wieder nach einigen Wochen besser Konzentrieren. Aber trotzdem blieb etwas und ich ließ nicht locker. Irgendwas stimmte noch nicht, ich habe es gespürt. Da ich leidenschaftliche Läuferin bin und etliche Wettkämpfe besuchte, merkte ich immer noch, dass meine Leistung fehlte. Über einen Gastroenterologen fand ich heraus (den Tipp bekam ich über die FB Hashimoto-Seite), dass ich eine Histaminintoleranz habe. Es gibt einige die das haben, in der Medizin steht – was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Ich las mich ein und stellte nochmals um. Nach 4 Wochen habe ich echt erstaunliche positive Veränderungen gespürt und nach 3 Monaten konnte ich Leistung abrufen, der Hammer. Meine diagnostizierten Herzrhythmusstörungen waren futsch. Meine Haut, sah blendend aus, mein Haar wurde wieder dichter, ich konnte durchschlafen und war nicht mehr so gerädert, dass alles anstrengend war. Seitdem habe ich meine Ernährung umgestellt, Esse 3-4 x Gemüse/Obst mit Vollkorn – Glutenfrei, Weizenfrei und Histaminarm. Ich bin froh einen Weg gefunden zu haben und wollte dir nur auf dem Weg geben, du kannst einiges mit der Ernährung, Vitamine und Sport erreichen, es braucht nur Zeit und du musst auf dich hören. Sogar meine Werte der Schilddrüse haben sich neutralisiert. Ich wünsche dir viel Erfolg. Grüße Gabylein

  3. Ich möchte dir auf diesem Wege alles Gute und viel Frohmut wünschen! Den Mut, den du zeigst, finde ich erstaunlich. Viele haben Probleme aller Art, aber niemand spricht darüber. Finde ich klasse, dass du schreibst.

  4. Hey Ralle,
    puuuh, das mit Deiner Mama tut mir echt leid. Ich versteh Dich gut, weil ich mit meinen Baustellen auch ständig mit dem Körper kämpfe. In der neuen Tritime gibt es zu Hashimoto einen ganz tollen Artikel. Die Autorin bekam das mit einer Salbe auf die Unterarme in den Griff mit natürlichen Hormonen (pflanzlich). Schau da mal rein, vielleicht noch ein Weg. Ich lese nach wie vor immer Deinen Blog sehr gerne, auch wenn Du nicht mehr so „präsent“ bist und würde mich freuen, Dich mal wieder irgendwo zu treffen. Gute Besserung und Keep on fighting.

    Lieben Gruß
    Moni

  5. Hi Moni, Dankeschön für die Anteilnahme.
    Mit dem Hashimoto verschlechtert sich bei mir immer extrem wenn es zu viel Stress gibt, daran muss ich am meisten arbeiten.
    Mit der Präsenz ist richtig. Die meisten im Web sind doch sehr selbstverliebt, was aber nicht der Hauptgrund war. Die Enttäuschung mit dem Prowell Team hat mich sehr geerdet und das Vertrauen in „Freunde“ doch sehr geschmälert. Über ein Treffen würde ich mich auch sehr freuen.
    Liebe Grüße
    Ralle

  6. Das hört sich an, als hätte ich das aufgeschrieben… Seit November ist bei mir nach und nach alles aus dem Gleichgewicht gekommen. Also zumindest so, dass ich es jetzt im Januar nicht mehr aushalte. Ich bin aktuell mit Ärzten beschäftigt, ihnen ihren Job zu erklären, damit man mir endlich hilft. Ich finde, gerade wenn man sehr sportlich ist, wird immer alles schnell abgetan nach dem Motto: was wollen sie denn. Sie machen Triathlon. Ruhen Sie sich mal aus und dann wird das schon. Obwohl die Blutwerte eine katastrophale Sprache sprechen. Ich hätte das auch alles als gar nicht so dramatisch eingeschätzt, wenn man mir von außen nicht von Gleichgesinnten gesagt hätte, dass es schlimm ist. Aktuell bin ich extrem gefrustet und hoffe, dass jetzt im Februar endlich mit der nächsten Ärzterunde alles besser wird. Lasse auch du dich nicht unterkriegen und schlage dich weiter durch!

    • Hi Din, das stehst du durch. Aber es ist nervig, wenn dich alle Ärzte nur anschauen und so tun als wärst du selber schuld daran, oder bildest dir das alles nur ein.
      Übrigens bin ich am 22.02. in Berlin zum Sisu Winterduathlon. Vielleicht hast du ja Lust zum zuschauen oder mitmachen.
      Wir lassen uns auf keinen Fall unterkriegen!!!

  7. Pingback: Glutenfrei – Sinn oder … |

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